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[Studie März 2025] Chancen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Behandlungspfad von Patient:innen

Kosten und Möglichkeiten von KI im Schweizer Gesundheitswesen

In wenigen Jahren ist die Künstliche Intelligenz (KI) vom technologischen Kuriosum zum Alltags‑Tool geworden. Doch was gilt wirklich im Bereich Gesundheit? In diesem Artikel entschlüsseln wir für Sie die Zahlen unserer Studie von 2025 zum KI‑Einsatz durch Patient:innen in der Schweiz, die noch zu überwindenden Hürden und vor allem die konkreten Chancen für Ihre medizinische Praxis.

Vorwort: Was verstehen wir unter KI?

Im Rahmen dieses Artikels sprechen wir hauptsächlich von generativer Künstlicher Intelligenz und von KI‑Tools, die für die breite Öffentlichkeit zugänglich sind — wie etwa konversationelle Chatbots (LLMs) wie ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude oder Assistenzsysteme, die in Suchmaschinen integriert sind.

Konkret bedeutet das für Ihre Patient:innen: KI heute in Form von Tools, die:

  • Gesundheitsfragen beantworten
  • bei der Verständigung eines Befunds, eines Analyse‑ oder Untersuchungsergebnisses helfen

Nutzen Schweizer:innen KI im Gesundheitsbereich?

Seit dem Erscheinen von ChatGPT Ende 2022 wird die Künstliche Intelligenz (KI) in der Schweiz immer breiter. Eine Umfrage von Comparis, veröffentlicht im März 2025, zeigt, dass bereits mit einem generativen Chatbot wie ChatGPT oder Gemini gesprochen haben. Zugleich geben an, solche Tools zu kennen, laut einer Studie der Universität Zürich Ende 2024.

Doch wenn’s um Gesundheit geht, scheint die Bevölkerung der KI eher auszuweichen: Unsere Studie, durchgeführt mit Farner und MIS Trend, zeigt, dass 74 % sie nicht in ihrem Gesundheitsprozess integrieren. Zu den Gruppen, die KI im Gesundheitsverlauf am wenigsten einsetzen in der Schweiz, zählen: die und Personen mit einem CFC/AFP.

Kurz gesagt: KI ist bekannt, ausprobiert, aber noch wenig eingebettet im Alltag gesundheitsbezogener Abläufe.

Wie nutzen Patient:innen KI in ihrem Behandlungsverlauf?

Unter dem Viertel der Bevölkerung, das sich traut und KI in einem Gesundheitskontext verwendet, zeigen sich folgende Haupt‑Anwendungsfälle:

  • Eine medizinische Frage an einen Chatbot stellen (16 %):
    Typischerweise: Symptome, Nebenwirkungen eines Medikaments, Erklärung eines medizinischen Begriffs.
  • Eine Diagnose vergleichen oder bestätigen (11 %):
    Zum Beispiel: Überprüfen, ob eine vorgeschlagene Diagnose oder Therapie «kohärent» ist im Vergleich zur Antwort der KI.
  • Analyse‑Ergebnisse dechiffrieren (11 %):
    Verstehen von Zahlenwerten oder komplexem Fachjargon in einem Analyse‑ oder Bildgebungsbericht.
  • Ein Rezept überprüfen (7 %):
    Die KI fragen, ob eine Medikamentenkombination üblich ist oder mögliche Wechselwirkungen genannt werden.

Anders gesagt: Selbst Patient:innen, die neugierig auf KI sind, nutzen sie vorwiegend als Ergänzung oder informelle zweite Meinung und **nicht** als Ersatz für die Fachperson. KI wird vor oder nach der Konsultation eingesetzt, selten «anstelle» der Ärztin bzw. des Arztes.

Welche Vorteile erwarten Patient:innen von KI im Gesundheitsbereich?

Auch wenn die Mehrheit sie noch nicht im Gesundheitsbereich nutzt, erkennt ein Teil der Bevölkerung bereits Felder, in denen KI Mehrwert bringen könnte, insbesondere:

  • Kostenreduktion:
    Für 61 % der Befragten könnte KI helfen, Gesundheitskosten zu senken. Besonders die Jüngeren zeigen sich hier «voll überzeugt».
  • Digitalisierung und sicherer Datenaustausch:
    Jede zweite Person meint, dass automatisierte Datenflüsse unnötige Untersuchungen und Zeitverluste vermeiden könnten.
  • Kontrolle oder Bestätigung einer Diagnose:
    53 % der Befragten denken, KI könne bestimmte Fehler begrenzen und so unnötige Behandlungen oder Eingriffe verringern.
  • Schnellere Diagnose durch Bild‑ oder Signalanalyse:
    47 % sehen darin eine Möglichkeit, effizienter zu arbeiten.
  • Telemedizin und Triage von Notfällen:
    Für 40 % der Befragten könnte eine bessere Orientierung zum richtigen Versorgungsniveau vermeidbare Konsultationen oder Hospitalisierungen reduzieren.

Diese Punkte bleiben heute vor allem Erwartung und Wahrnehmung statt breit genutzte Praxis. Dennoch zeigen sie klar, wo Patient:innen in der Schweiz die Rolle der KI im Gesundheitswesen projizieren.

Begrenztes Vertrauen der Patient:innen gegenüber KI im Gesundheitswesen

Die Studienzahlen sind klar:

  • Nur 35 % der Befragten vertrauen der KI zumindest «ein wenig», wenn es darum geht, eine Diagnose zu stellen oder eine Behandlung zu empfehlen
  • Nur 2 % geben an, «vollständig vertrauensvoll» zu sein
  • Das Vertrauen nimmt mit dem Alter ab und ist bei Frauen tiefer

Im Gegensatz dazu zeigen sich Personen, die bereits digitale Gesundheitsplattformen nutzen (Online‑Terminbuchung, elektronisches Patient:innen‑Dossier etc.), doppelt so vertrauensvoll.

Die Hauptgründe für diese Zurückhaltung sind:

  • Die Angst vor gravierenden Fehlern
  • Der Mangel an Transparenz bezüglich medizinischer Quellen
  • Die Bedenken zum Schutz personenbezogener Daten

Zudem gilt: Keine KI‑Lösung ist derzeit in der Schweiz offiziell für medizinische Diagnosen zugelassen. Das verstärkt natürlich die Wahrnehmung, dass KI helfen kann, aber noch nicht mit einer Ärztin oder einem Arzt gleichgestellt ist.

Ist KI eine Bedrohung für Fachpersonen im Gesundheitswesen?

Laut unserer Umfrage ist die Antwort klar: Nein.

Eine Mehrheit der Befragten in der Schweiz geht mit Zurückhaltung an den KI‑Einsatz im Gesundheitswesen heran und bleibt bei der menschlichen Diagnose. Drei von vier Schweizer:innen gehen nicht davon aus, dass die KI ihre Ärztin oder ihren Arzt arbeitslos macht.

Diese Überzeugung zeigt sich noch stärker:

  • in der Deutschschweiz (80 %)
  • als in der Romandie (63 %)
  • und im Tessin (64 %)

Und wie wir gesehen haben: Die Schweizer Bevölkerung hat kein grosses Vertrauen in KI bei medizinischer Diagnostik. Daher wird die KI eher als Informations‑ oder Bestätigungstool wahrgenommen, und **nicht** als «Robotarzt», der Sie ersetzt.

Als Fachperson im Gesundheitswesen bleibt Ihre Rolle zentral im Versorgungsprozess und wird von Ihren Patient:innen voll anerkannt. Künstliche Intelligenz darf daher nicht als Bedrohung oder Konkurrenz für Sie verstanden werden. Wird sie genutzt, dann peripher in der Beziehung zur Versorgung — oft vor oder nach der Konsultation.

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Stellt KI eine Chance für medizinische Praxen dar?

Nachdem wir den Blickwinkel der Patient:innen betrachtet haben, fragen Sie sich vielleicht, ob KI auch für Ihre Praxis eine Hilfe sein kann. Tatsächlich zeigen die neuesten Entwicklungen ein vielversprechendes Bild – und KI könnte eine wertvolle Unterstützung für Ihren Praxisalltag werden. Zum Beispiel könnte sie:

  • Die administrative Belastung lindern: Sie hilft bei Aufgaben mit geringer medizinischer Wertschöpfung, aber hohem Arbeitsaufwand – wie etwa beim Strukturieren von Notizen oder beim Verfassen von Texten. Diese Art der Nutzung ersetzt keineswegs Ihre medizinische Fachkompetenz: sie dient lediglich dazu, die Dokumenten‑Erstellung zu beschleunigen, während Sie abschliessend die Validierung übernehmen.
  • Sie ermöglicht, die Konsultation besser vorzubereiten und zusammenzufassen, indem sie hilft, die Informationen einer Patientin oder eines Patienten (Frühere Konsultationen, Dokumenten‑Sortierung, Hervorhebung von Schlüsselfaktoren) zu organisieren und einen Zusammenfassungstext für die Patientin oder den Patienten anbietet. In diesem Rahmen wird KI zu einem didaktischen Unterstützungs‑Tool und Strukturhilfsmittel, aber Sie entscheiden weiterhin über Inhalt, Diagnose und Therapie.
  • KI kann zudem für fortgeschrittene Einsatzformen verwendet werden. Beispielsweise werden KI‑Tools bereits erfolgreich in der Medizin eingesetzt zur Analyse von Bildern oder Signalen als Ergänzung zu Ihrer Fachkompetenz (Radiologie, Dermatologie, Kardiologie etc.).

Diese Einsatzformen müssen stets in einem klaren regulatorischen Rahmen erfolgen und die schweizerischen Anforderungen zum Datenschutz beachten. Wie so oft liegt der Schlüssel im richtigen Gleichgewicht zwischen technischer Unterstützung und menschlicher Beziehung: KI hilft, Zeit zu gewinnen, Informationen besser zu organisieren und Redundanzen zu reduzieren – während Sie weiterhin die klinische und menschliche Bezugsperson für Ihre Patient:innen bleiben.

Methodik der Studie

Diese Online‑Umfrage wurde von OneDoc, Farner und MIS Trend im März 2025 durchgeführt bei einem repräsentativen Sample von 1’124 Schweizer:innen ab 18 Jahren (396 in der Romandie, 434 in der Deutschschweiz und 294 im Tessin). Der maximale Stichprobenfehler beträgt ±2.9 % auf nationaler Ebene. Die Daten wurden gewichtet, um regionale und sprachliche Repräsentativität sicherzustellen.

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