In einer dermatologischen Praxis gehören Notfälle zum Alltag: Hautinfektionen, allergische Reaktionen, postoperative Komplikationen. Doch wenn sie nicht antizipiert werden, können sie den Tagesablauf rasch durcheinanderbringen, Verspätungen verursachen und den Druck auf Ihr ganzes Team erhöhen.
Die gute Nachricht: Praxen, die dermatologische Notfälle bewältigen, ohne den Tagesplan zu stören, setzen ein paar einfache Methoden um – und Sie können diese ab sofort ebenfalls übernehmen.
Warum Notfälle dermatologische Praxen oft aus dem Takt bringen
Die Organisation von medizinischen Notfällen stellt viele Praxen vor Herausforderungen – insbesondere in der Dermatologie, wo die Grenze zwischen echtem Notfall und empfundener Dringlichkeit oft unklar ist. Das Problem liegt aber nicht im Notfall selbst, sondern im Fehlen eines klaren organisatorischen Rahmens.
Wenn keine strukturierte Vorgehensweise vorhanden ist, kann es schnell zu Verzögerungen im Ablauf, Überlastung des medizinischen Personals und einer Verschlechterung der Patient:innenerfahrung kommen.
3 wirkungsvolle Methoden, um dermatologische Notfälle besser zu organisieren
Die Organisation von medizinischen Notfällen stellt viele Praxen vor Herausforderungen – insbesondere in der Dermatologie, wo die Grenze zwischen echtem Notfall und empfundener Dringlichkeit oft unklar ist. Das Problem liegt aber nicht im Notfall selbst, sondern im Fehlen eines klaren organisatorischen Rahmens.
Wenn keine strukturierte Vorgehensweise vorhanden ist, kann es schnell zu Verzögerungen im Ablauf, Überlastung des medizinischen Personals und einer Verschlechterung der Patient:innenerfahrung kommen.
1. Priorisierung nach Art des dermatologischen Notfalls
In der Dermatologie gibt es Situationen, die rasch behandelt werden müssen. Doch welche brauchen eine sofortige Einschätzung – und welche können warten?
Ein medizinisches Triage-System hilft Ihnen, zu unterscheiden:
- Reale medizinische Notfälle (schwere Infektionen, postoperative Komplikationen)
- Funktionale oder ästhetische Dringlichkeiten
- Nicht akute Anliegen, die von Patient:innen als Notfälle empfunden werden
Ohne diese Vorauswahl gerät Ihr Tagesplan schnell aus dem Gleichgewicht. Deshalb empfehlen wir, eine strukturierte Triage bereits vor dem Termin einzuführen.
Triage-Methoden in der Dermatologie
Online: Bevor Patient:innen in Ihre Praxis kommen, können Sie anbieten, ein Foto der Hautveränderung zu senden oder eine kurze Telekonsultation durchzuführen. So erkennen Sie frühzeitig, wer eine rasche Behandlung braucht.
In der Praxis: Sie können eine individuelle Triage-Struktur einführen – etwa mit einer Matrix, die sich an den Bedürfnissen Ihrer dermatologischen Praxis orientiert. Hier ein Beispiel:
| Prioritätsstufe | Beispiele | Empfohlene Frist | Organisatorische Massnahme |
|---|---|---|---|
| Stufe 1: Sofortige Notfallbehandlung | Akute Hautinfektion (Abszess, Zellulitis, Erysipel), postoperative Komplikationen (Blutung, starke Schmerzen, Infektionsanzeichen), schwere oder grossflächige allergische Reaktion, Verdacht auf Hautnekrose | Am selben Tag | Integration in einen Notfall-Zeitblock oder Schaffung eines separaten Slots |
| Stufe 2: Relative Dringlichkeit | Ausgeprägte, aber stabile Entzündung, schnelle Verschlechterung einer bekannten Läsion, beginnende Infektion, Reaktion auf Behandlung ohne schwere Symptome | Innerhalb von 24–72 Stunden | Vorrangige Terminvergabe oder vorherige Einschätzung (Foto oder Telekonsultation) |
| Stufe 3: Nicht dringlich, aber als dringlich empfunden | Chronische Läsion ohne aktuelle Veränderung, stabiler ästhetischer Befund, Kontrolltermin ohne akute Symptome, leichte chronische Juckreizbeschwerden | Gemäss regulären Verfügbarkeiten | Einordnung in einen regulären Termin mit Information und Beruhigung |
2. Pufferzeiten gezielt einplanen
Eine effiziente Terminplanung basiert auf vorausschauender Organisation.
Gut strukturierte Praxen planen gezielt Pufferzeiten in den Tagesablauf ein, um unerwartete Notfälle aufnehmen zu können, ohne den ganzen Zeitplan zu gefährden.
Diese Zeitfenster können genutzt werden für:
- Dringende Konsultationen
- Ungeplante postoperative Nachkontrollen
- Ausgleich kleinerer Verzögerungen
Wenn Sie eine Online-Terminlösung verwenden, können Sie gewisse Konsultationsgründe auf bestimmte Tageszeiten begrenzen – so lassen sich diese Pufferzeiten einfach abbilden.
3. Dauer der Konsultationen anpassen
Nicht alle dermatologischen Konsultationen dauern gleich lange. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Konsultationsgründe in Ihrem Praxissystem zu erfassen und die tatsächliche Dauer je nach Art realistisch festzulegen.
Konkret sollten Sie Ihre Konsultationen in folgende Kategorien unterteilen:
- Erstkonsultation
- Kontrolle/Nachsorge
- Dermatologischer Notfall
Jede dieser Gruppen sollte eine realistische Zeitdauer basierend auf Ihrem Praxisalltag erhalten – nicht auf einer theoretischen Schätzung. Besonders bei Behandlungspfaden mit mehreren Beteiligten oder Raumwechseln ist das zentral.
Wichtig ist auch, dass Ihre Bezeichnungen klar verständlich sind – sowohl für das Team als auch für Ihre Patient:innen. So bleibt der Kalender für alle einfacher lesbar und planbar.
Dermatologische Chirurgie: ein spezieller Fall
Die dermatologische Chirurgie erfordert eine besonders sorgfältige Organisation. Postoperative Notfälle müssen oft schnell behandelt werden, ohne geplante Sprechstunden zu beeinträchtigen.
Notfälle managen statt erleiden – zum Vorteil Ihrer Praxis und Ihrer Patient:innen
Dermatologische Notfälle sind keine Ausnahme, sondern eine Realität, die aktiv in Ihre Praxisorganisation integriert werden sollte. Wenn sie gut vorbereitet sind, bringen sie Ihre Tagesplanung nicht durcheinander, sondern fügen sich reibungslos in den Ablauf ein.
Der Schlüssel liegt in einer ausgewogenen Kombination aus medizinischer Triage im Vorfeld, intelligenter Zeitplanung und praxisgerechten digitalen Tools.
Mit diesen Methoden vermeiden Sie nicht nur Störungen im Ablauf, sondern entlasten Ihr Team, behalten die Kontrolle über Ihren Kalender und bieten allen Patient:innen – ob mit oder ohne Notfall – eine bessere Betreuung.


